
Dollinger/Windscheif, die im Viertelfinale mit einer überragenden Leistung Brink/Reckermann besiegt hatten, legten auch im ersten Satz gut los. Blockpunkte von Dollinger gegen Windscheif, erfolgreiche Abwehraktionen von Windscheif und ein Ass des Verteidigungsspezialisten brachte die an vier gesetzten mit 13-7 in Führung. Zwar fanden in der Folge Klemperer/Koreng besser in das Spiel, den Satz konnten sie jedoch nicht drehen. Koreng war der Mann des zweiten Satzes: Mit seinem dynamischen Spiel und Blockpunkten gegen Dollinger und Windscheif brachte er sein Team auf die Siegerstraße (11-14). Dollinger/Windscheif konnten nochmals egalisieren (16-16), aber im „Finale“ des Satzes war es erneut eine Netzaktion von Koreng, die den entscheidenden Vorteil verschaffte.
Im dritten Satz hatte Klemperer zwei schwache Minuten – drei Angriffe brachte er nicht unter (5-1). Mit unglaublicher Energie kämpfte sich das DVV-Duo wieder heran, glich aus und hatte gar die Chance zur Führung, doch Klemperer vergab diese (10-9). Als Klemperer einen weiteren Angriff ins aus setzte, hieß es Matchbälle für Dollinger/Windscheif, die den dritten durch einen Aufschlagfehler von Koreng verwandelten.
Dollinger sagte im Anschluss: „Unser Ziel war das Halbfinale und eine Medaille zu gewinnen. Jetzt haben wir eine sicher, ich hoffe natürlich auf Gold.“ Partner Windscheif meinte: „Wir haben taktisch teilweise nicht gut gespielt und zu oft Eric getroffen oder unsere Aufschläge verzogen. Wir hatten einen stabilen Sideout, und Breaks machen wir immer. Wir haben zwei, drei Turniere im Jahr, in denen es super läuft, das ist eines davon. Wir freuen uns riesig.“
Koreng sagte: „Wir starten schlecht in den dritten Satz und liegen 1-5 hinten. Das holen wir super auf, deswegen ist die Niederlage eine bittere Pille. Respekt vor der Leistung der Beiden, sie spielen hier sehr guten Beach-Volleyball.“
Die Deutschen Meisterschaften gelten als das „Wimbledon“ des deutschen Beach-Volleyballs und so mussten sich Erdmann/Matysik im Halbfinale auch vorgekommen sein: Brink/Reckermann schlugen auf wie beim Rasentennis, der Aufschlag war das dominierende Element im Spiel. Zwar gingen die Vize-Europameister im ersten Satz mit 0-3 in Führung, und konnten bis zum 12-12 mithalten, doch dann läutete ein Ass von Brink eine formidable Serie ein (13-12). Es folgte eine 7:1-Serie der Europameister, die vor allem von den Aufschlägen geprägt war. Dabei variierte Brink, der mal im Flatter-, mal im Sprungaufschlag agierte.
Die Entschlossenheit der Europameister war auch im zweiten Satz anhand eines Balles deutlich zu sehen: Nach einem Angriff von Brink und einer Abwehr Matysiks über das Netz drückten Brink und Reckermann mit vereinten Kräften den Ball in das gegnerische Feld (6-4). Mehrere Asse von Brink folgten, über 10-5 und 17-11 wurde der Vorsprung auf 20-12 ausgebaut. Das Spiel wurde mit einem Aufschlag-Winner von Brink beendet.
Reckermann sagte: „Wir haben im ersten Satz gut aufgeschlagen, und im zweiten hat Julius sensationell serviert. Wir mussten Druck machen, denn wenn sie den Ball vorne hatten, haben wir kein Land gesehen. Im Finale von Timmendorf braucht man keine Extra-Motivation. Dollinger/Windscheif spielen ein sehr gutes Turnier und wir müssen so gut spielen wie eben, um zu gewinnen.“
Matysik meinte: „Das war ein sehr böiges Spiel und damit meine ich unsere Leistung wie auch die Windverhältnisse auf dem Platz. Die Beiden haben super aufgeschlagen, aber die Niederlage ist genauso frustrierend wie jede andere. Uns ist nach dem guten Start irgendwie die Leichtigkeit verloren gegangen.“
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