Wenn das gesteckte Saisonziel in weite Ferne gerät, die Mannschaft vom Verletzungspech arg gebeutelt wurde oder wichtige Spieler das Team verlassen, haben die Vereine die Möglichkeit, noch während der Saison auf dem Transfermarkt aktiv zu werden. Bis zum 31. Januar räumt die Spielordnung den Clubs die Möglichkeit ein, neue Spieler zu verpflichten. Dann wird die Spielerliste endgültig geschlossen. Allein im Dezember und Januar brachten die DVL-Clubs noch 17 Neuverpflichtungen unter Dach und Fach.
Die Bundesliga-Volleyballerinnen von Alemannia Aachen sahen sich gefordert, ihre nach Moskau abgwanderte Außenangreiferin Angelina Grün zu ersetzen. Fündig wurden sie dabei an der Texas Tech University (USA) und verpflichteten die 21-jährige Amanda Dowdy. Ebenso erfolgreich auf dem Transfermarkt zugeschlagen haben die Roten Raben aus Vilsbiburg. Aufgrund der anhaltenden Verletzungsmisere verstärkte sich der derzeitige Tabellenführer der Frauen-Bundesliga mit Diagonalangreiferin Mirjana Djuric. Die Serbin vom ukrainischen Meister Khimik Yuzhny bereitete ihrem neuen Verein im Sechzehntelfinale des CEV-Cups noch große Probleme. Jetzt soll sie die Bayerinnen zur Meisterschaft führen.
Zurück im Oberhaus der Frauen ist Außenangreiferin Nikolina Kovacic. Die ehemalige Spielerin des VC Wiesbaden steht nach halbjährigen Intermezzo bei Zok Rijeka (Kroatien) seit dem 31. Januar beim VfB Suhl unter Vertrag. Ebenso verstärkten sich die envacom Volleys aus Sinsheim mit der kanadischen Außenangreiferin Tammy Mahon, der SC Potsdam mit Zuspielerin Olga Raonic (Serbien) und auch die Volleyballerinnen aus Leverkusen mit der jungen Zuspielerin Anika Voigt vom Regionalligisten Bonn.
Auch in der 1. Bundesliga der Männer rüsteten viele Vereine auf. Allen voran der amtierende Deutsche Meister VfB Friedrichshafen, der sich am 30. Januar die Dienste des ehemaligen Hachinger Außenangreifers Leonardo Ribeiro Nas dos Santos sicherte. Nach nur einem halben Jahr beim rumänischen Club Remat Zalau, mit dem dos Santos Kontrahent der Häfler in der Gruppenphase der Champions League war, wird er zusammen mit Tilo Späth (lange Verletzungspause) den VfB Friedrichshafen verstärken und Angriff auf den ungeschlagenen Spitzenreiter Generali Haching nehmen. Beim Pokalfinale und der europäischen Königsklasse ist der Braslianer allerdings nicht spielberechtigt.
Die BR Volleys wollen mit einem alten Bekannten die Titeljagd neu anheizen: Außenangreifer Scott Touzinsky (USA) kehrt zurück zur Mannschaft um Coach Mark Lebedew. In der letzten Saison war der Amerikaner ein wichtiger Pfeiler des Teams beim Gewinn der Vizemeisterschaft. Bei evivo Düren wird der Slovake Tibor Filo in die Fußstapfen von Mittelblocker Stefan Hübner treten, der in dieser Saison seine Karriere nach hartnäckigem Verletzungsleiden beendete. Ebenso neu dabei im Team von Trainer Söhnke Hinz ist Zuspieler Björn-Arne Alber.
Nachdem sich das Überraschungsteam der Saison, der TV Bühl, zum Ende des vergangenen Jahres von Mittelblocker Danilo Cruz de Carvalho aus disziplinarischen Gründen trennte, hat man nun in dem Letten Viktors Korzenevics den passenden Ersatzmann gefunden. Von den Wörther-See-Löwen aus Klagenfurth wechselte der 65-fache Nationalspieler Österreichs, Simon Frühbauer (Außenangriff), zu den Chemie Volleys Mitteldeutschland und wird dem Team dabei helfen, die Play-off-Teilnahme zu sichern.
Den größten Aderlass im Kader hatte Tabellenschlusslicht RWE Volleys Bottrop zu verkraften. Neben Lukas Kampa (Piacenza/ITA) verließen u.a. auch Mittelblocker Renzo Verschuren (Moerser SC) und Diagonalangreifer Falko Steinke (EnBW TV Rottenburg) den Verein aus dem Ruhrpott. Mit den Neuverpflichtungen Felix Ahr (Mittelblock) und Raphael Möllers (Universal) wurde der dünne Kader ergänzt.
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