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22.01.2012 - Bundesligen - Quelle/Autor: Paul Hoffmann

Bundesliga: „Schnee von gestern“

Dass kürzlich auf der klubeigenen Homepage erleichtert der rechnerisch sichere Klassenerhalt verkündet wurde, steht andeutungsweise für die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei evivo Düren. Der Tabellenneunte verfügt über einen hochveranlagten Kader, hatte bisher aber auch jede Menge Pech – eine brisante Mischung, die am Mittwochabend (19 Uhr) in der Landkost-ARENA Bestensee auf der anderen Feldhälfte steht.

Neu-Trainer Söhnke Hinz und seine talentierte Truppe starteten mit großen Hoffnungen und einem Sieg in Berlin in die Saison, ansonsten hinken die Rheinländer jedoch ihren Ambitionen hinterher. Dabei machten evivo immer wieder Verletzungssorgen zu schaffen, das Lazarett lichtete sich nie ganz und nahm dem Vorjahresvierten jede Chance, eine eingespielte Sieben aufs Parkett schicken zu können.

Mittelblockerlegende Stefan Hübner trug seinen Knieproblemen Rechnung und beendete seine Karriere. Tim Elsner nahm sich dies unseligerweise zum Vorbild und fällt für den Rest der Spielzeit aus. Zudem müssen Joe Deimeke und Zuspieler Merten Krüger unfreiwillig zuschauen, womit sich die Mannschaft quasi von selbst aufstellt.

Der personelle Notstand lässt Trainer Hinz beispielsweise keine Wechseloptionen im Annahmeriegel. Ein Vorteil, den die starken NETZHOPPERS-Aufschläger wie Krause oder Theißen zu nutzen wissen sollten, um die durchschlagskräftige evivo-Offensive um Ex-Hopper Böhme und Außenangreifer Fromm gar nicht erst zur Entfaltung kommen zu lassen.

Auch, wenn sich die auf Rang 6 zurückgefallenen Gastgeber in der Außendarstellung von tabellarischen Konstellationen unbeeindruckt zeigen: Für Partien wie die gegen Düren wurde das Prädikat „richtungsweisend“ erfunden. Im Falle einer Niederlage würden sich Bühl und Moers vermutlich vorentscheidend absetzen und im Playoff-Viertelfinale kommt es zum wenig erfolgversprechenden Clash mit einem Vorjahresfinalisten aus Berlin oder Friedrichshafen. Im Falle eines Siegs bleiben die NETZHOPPERS im Rennen um die oberen Plätze, die einen schlagbaren Gegner verheißen.

Glaubt man der Statistik, lässt sich für Mittwochabend ein klarer Favorit ausmachen: Düren gilt gewissermaßen als Lieblingsgegner der Culic-Truppe, die seit guten drei Jahren kein Normalrundenspiel mehr gegen die Rheinländer verlor.

Kapitän Manuel Rieke kann dieser Art der Spielvorbereitung nichts abgewinnen: „Das ist ja letztlich Schnee von gestern. Düren hat sicher Respekt vor uns und ist keine Übermannschaft, gehört aber trotz Rang 9 zu den großen Teams.“ Allerdings will er das eigene Licht nicht unter den Scheffel stellen, denn „wenn wir gut spielen, haben wir garantiert gute Chancen.“

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